Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen

Viele Spielplätze in der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen
Früher hieß der Zoo in Gelsenkirchen Ruhrzoo und hatte etwa 200.000 Besucher im Jahr. Seit seinem Umbau im Jahr 2004/2005 lockt er mit neuem Konzept und dem Namen Zoom Erlebniswelt und konnte seine Besucherzahlen verdreifachen.
Der Eintritt beträgt 13,50 Euro, ein stolzer Preis, und dafür muss schon etwas geboten werden. Platz gibt es hier genug, das sehe ich gleich: Nach dem Ticketkauf stehe ich auf einem großen Areal mit einem Shop zur Linken sowie einer großen Tafel mit den Namen aller großen Sponsoren und rechts befindet sich ein Kletterspielplatz und der Grimberger Hof, der einen westfälischen Bauernhof darstellt. In seiner Scheune und auf den Terrassen davor wird gegessen und ein großer Stall beheimatet Kühe, Schweine und andere Haustierrassen. Auch ein kleiner Streichelzoo fehlt nicht.

Boot fahren in "Afrika"
Geradeaus führen drei große Tore in die Erlebniswelten hinein. Asien ist noch nicht fertig - hier sollen ab März 2010 Orang-Utans, Zwergotter, kleine Pandas und viele andere Bewohner Asiens leben. Die Zuschauer werden dabei Teile des Weges hoch über den Gehegen im Blätterdach der Bäume zurücklegen.
Ich gehe zuerst nach Afrika, dort empfängt mich erstmal ein Dörfchen von der Elfenbeinküste, in dem ich mir Haushaltsgegenstände aus der Gegend anschauen kann. Die Kinder stürmen hindurch, sie wollen Tiere sehen! Am Dorfrand befindet sich die erste Gruppe: Watussi-Rinder, Zwergziegen und Somali-Schafe. Man achtet darauf, dass die Tiere so präsentiert werden, wie sie auch in der Wildnis zusammen vorkommen. Vorbei geht es an Löwen (schlafend, wie fast immer in Zoos), Tüpfelhyänen, einer großen Insel u. a. mit Zebras, Antilopen, Springböcken und diversen Vögeln wie Pelikanen und Kormoranen. Nachdem ich einen Abstecher zu den Giraffen gemacht habe, unternehme ich eine Bootsfahrt auf einem künstlich angelegten Fluss, der mich auf der anderen Seite der großen Steppe vorbeiführt und außerdem an den Pavianen, Flusspferden und weiteren Wasservögeln.

Rote Varis leben frei auf der Lemuren-Insel
Letztere treffe ich dann wieder, als ich dem Rundweg weiter folge. Bis hierher habe ich den Eindruck, einfach weiter laufen zu müssen als in anderen Zoos und dabei nicht mehr Tiere zu sehen. Die Anlagen sind oftmals kaum größer als in anderen Zoos, allerdings ist die Vergesellschaftung unterschiedlicher Tiere sicher ein Plus für alle: Besucher und tierische Bewohner. Weiter geht es zum Regenwald. Die Schimpansen leben auf einer recht großen Insel mit Zugang zum Tropenhaus. Hier wird ein weiteres Flusspferd gehalten, aber auch Servale, Blaumaulmeerkatzen und ein Buschbaby, das ich leider nicht zu Gesicht bekomme, weil diese Tiere nachtaktiv sind. Nun windet sich der Weg weiter an einem großen Afrika-Spielplatz vorbei zur Lemuren-Insel, auf der sechs Rote Varis frei herumlaufen. Wer Glück oder Geduld hat, wird von einem Vari besucht und darf ihn dann auch anfassen.

Eisbären unter Wasser beobachten in der Zoom Erlebniswelt
Nun geht es weiter nach Alaska. Die Gehege sind möglichst so gestaltet, dass man aus verschiedenen Ebenen Einblicke hat, mal von oben, mal von unten durch Plexiglas-Scheiben. Elche, Biber, Luchse, Baumstachler und einige andere Gesellen leben hier. Danach erreiche ich die Westernstadt Joe’s Claim. Hier kann man Gold waschen oder etwas essen. Ich mache mich auf den Weg zu den Bären, die hier artenreich vertreten sind: Braunbären, Kodiakbären und Eisbären werden in Gelsenkirchen gehalten. Immer wieder geht es bergauf und bergab, so dass man die großen Raubtiere aus allen Perspektiven bewundern kann. Schließlich führt der Weg unter den Becken der Seelöwen hindurch - hier könnte man die Tiere beobachten, ja wenn das Wasser nicht so trüb und der Tunnel nicht völlig veralgt wäre! Der Unterwasser-Einblick bei den Eisbären dagegen zeigt was er soll, das mächtige Tier beim Schwimmen! Da herrscht Aufregung bei den Kindern, wenn der weiße Riese sich wieder der Glasscheibe nähert! Wer hier noch nicht genug Spannung hatte, nimmt am Alaska Ice Adventure teil. Kinder über 1,20 Meter Körpergröße dürfen in einem Iglu auf einer Eisscholle einen Strom hinunterrasen und dabei Orcas und andere Tiere sehen. Das 4D-Kino-Erlebnis erfordert allerdings körperliche Gesundheit, weil man ordentlich durchgeschüttelt wird. Vorbei an den Wölfen und Ottern gelange ich schließlich wieder zum Ausgang.

Afrika-Spielplatz im Gelsenkirchener Zoo
Für Kinder sind vielleicht manche Wege ein wenig weit - gerade am Anfang des Afrika-Rundgangs. Positiv ist allerdings, dass es alle paar hundert Meter Toiletten, Kiosks oder Restaurants und viele viele Spielplätze gibt. Wer sich also bei den Tieren ein bisschen langweilt, kann sich jederzeit ausstoben: schon im Eingangsbereich, dann in der Tropenhalle, vor der Lemureninsel, zwei in Alaska sowie etliche Möglichkeiten in Aussichtshütten zu klettern, über ein Schwingbrücke zu gehen, in einen alten Bus zu klettern usw. Zusammen mit den vergnügungspark-ähnlichen Attraktionen wie der Bootsfahrt und dem Alaska Ice Adventure sollten wohl alle Kinder gut unterhalten werden. Schön ist ebenfalls, dass in vielen Bereichen weitgehend auf Zäune verzichtet wird, daher ist das Erleben der Tiere um einiges intensiver. Außerdem ist noch zu erwähnen, dass Hunde mit in den Zoo dürfen - dem Ausflug mit der gesamten Familie steht also nichts im Wege.

Unterwassertunnel beim Seelöwenbecken
Was mir fehlt, sind ausführliche Info-Tafeln über die einzelnen Tiere, die Eltern wiederum für ihre Kinder interessant aufbereiten könnten. Oft übersieht man die einzig angebrachte Information über ein Tier und weiß nicht genau, wer sich in einem bestimmten Gehege befindet, will aber auch nicht unbedingt die relativ weiten Wege zurückgehen. Der Versuch, das Leben in Afrika bzw. Alaska darzustellen, indem Trapperhütten, afrikanische Dörfer etc. nachgebildet wurden, ist zwar eigentlich eine gute Idee, wird von Kindern aber meistens komplett ignoriert.
Spätestens wenn im nächsten Jahr auch “Asien” fertiggestellt sein wird, kann man wunderbar einen ganzen Tag in der Erlebniswelt verbringen, und die Tiere sind dann nur ein Teil des Programms. Ob man das wünschenswert findet und ob die Tiere dann nicht zur reinen Unterhaltung verkommen, ist wieder eine andere Frage. Ich konnte bei meinem Besuch einmal mehr sehen, dass etliche Kinder sich von alleine nur bedingt für die Tiere interessieren und Erwachsene brauchen, die ihnen näherbringen, wie unterschiedlich die Lebewesen unserer Erde sind, wie sie in freier Natur leben, was sie zum (Über-)Leben brauchen und auch wie wichtig Natur- und damit Tierschutz ist.
Mehr Infos über Preise, Öffnungszeiten etc:
http://mitkid.de/ausflugsziel/ZOOM-Erlebniswelt/1
Schlagworte: 4D Kino, draußen, Gelsenkirchen, Löwen, Spielplätze, Tiere, zoo

3. September 2009 um 11:11 Uhr
Hallo,
ich finde den Blog mit Kid einfach super. Man kann hier echt nützliche Informationen über verschiedenste Angebote der Familienfreizeitgestaltung finden.
Den Zeilen über den Zoo in Gelsenkirchen gibt es nichts hinzu zufügen. Ich als Gelsenkirchener habe den Tag in der Zoom Erlebniswelt genauso wahrgenommen.
Schön, dass es diese Seite gibt.