Artikel-Schlagworte: „Kündigung“

Ratgeber-Tipp: Kinderlärm ein Kündigungsgrund Ihrer Mietwohnung?

Montag, 19. November 2012

In Familien ganz normaler Alltag, für kinderlose Paare und Singles Lärmbelästigung. Aber ist das Grund genug für die Kündigung des Mietverhältnisses oder um eine Mietminderung einzufordern?

In der Regel nicht, geht es aus dem Urteil des Amtsgerichts Frankfurt am Main (Az. 33 C 3943/04) hervor. Kinder dürfen spielen, schreien und toben – solange das „übliche Maß“ nicht überschritten wird. Doch was bedeutet das genau?

Quelle: nateOne @ flickr

Quelle: nateOne @ Flickr

Geltende Immisionsgrenz- und richtwerte können zur Beurteilung, ob der Kinderlärm zumutbar ist, zumindest nicht hinzugezogen werden, denn nach der Neufassung der Bundesimmissionsschutzverordnung zählt dieser in der Regel nicht zu den schädlichen Umwelteinwirkungen.

Auch die Zusicherung einer kinderfreien Nachbarschaft reicht nicht als Grund. Die Klage eines Mieters nachdem doch Kinder in der Nähe einzogen, wurde vom Gericht einfach abgewiesen (Az.: 412 C 23697/99).

Die Nachbarn müssen die Geräusche der Kinder dulden, solange die Ruhezeiten eingehalten werden. Auch dürfen die Kinder den Lärm nicht mutwillig verursachen, so zum Beispiel die Musik zu laut aufdrehen, oder den Fußball absichtlich gegen ein Garagentor prallen lassen.

Besonders tolerant sind die Gerichte bei Kindern unter 7 Jahren. Ausschlaggebend ist, ob sich das Kind altersgerecht verhält. Schreit zum Beispiel ein Säugling mitten in der Nacht, müssen das die Nachbarn hinnehmen. Denn dass Kinder einen Mangel an der Mietsache darstellen sollen, sei menschenunwürdig, so die Richter.